Als Leon Goretzka im Revierderby bei Borussia Dortmund nach gut einer halben Stunde eingewechselt wurde, war das Spiel im Grunde gelaufen. Seine Königsblauen hatten in der Anfangsphase früh Schiffbruch erlitten und waren den Gastgebern in allen Belangen unterlegen. Goretzkas Einwechslung war in erster Linie symbolischer Natur – da Trainer Tedesco von außen Zeichen setzen musste. An einer Aufholjagd war zu diesem Zeitpunkt nicht zu denken.

Und doch schreibt der Fußball nun mal kuriose Geschichten. An diesem Nachmittag zum Leidwesen der Dortmunder. Angetrieben von einem überragenden Goretzka blies S04 in der zweiten Halbzeit zur Aufholjagd – und belohnt sich spät mit dem schier unglaublichen Ausgleich zum 4:4.  Ein Moment der völligen Ekstase – mit nachhaltiger Wirkung. Derartige Spiele und Geschichten lassen Mannschaften zusammenwachsen. Und so könnte sich in der Causa Goretzka vielleicht ein Hintertürchen für Schalke öffnen.

Um jeden Preis – Goretzka soll bleiben.

Dass Goretzkas Vertrag zum Saisonende ausläuft, ist lange kein Geheimnis mehr. Bayern, Barcelona, Manchester United: An möglichen Interessenten für den 22-jährigen mangelt es dem Vernehmen nach nicht.

Nun hat S04 aber einen neuen Versuch gestartet, um den Nationalspieler doch noch von einem Verbleib zu überzeugen. Schalke soll laut "Bild" Goretzka 12 Millionen Euro pro Jahr bieten, was ihn augenblicklich zum Rekordverdiener des Revierklubs machen würde. Auch eine Ausstiegsklausel würde Goretzkas neuer Vertrag beinhalten. Diese läge bei einem mittleren, zweistelligen Millionenbetrag.