Wenn in der deutschen Presselandschaft Transfernews verbreitet werden, müssen fast schon obligatorisch diverse Vereinsvertreter zeitnah Statements hierzu abgeben. Zumeist wird dann fleißig dementiert – oder aber schwammige Aussagen getroffen, die im Endeffekt mehr Fragen als Antworten zurücklassen. Umso bemerkenswerter also, dass Hoffenheim-Coach Julian Nagelsmann auf der Pressekonferenz vor der Begegnung mit Eintracht Frankfurt derart offensiv mit dem Wechselwunsch seines Stürmers Sandro Wagner umging und unvermittelt zugab: "Uns ist die Interessenslage von Sandro auch bekannt."

Der Nationalspieler könnte also tatsächlich bereits im Winter aus dem beschaulichen Kraichgau nach München wechseln – auch wenn der Deal laut Nagelsmann noch nicht final steht: "Wie bei jedem unserer Spieler verkünden wir jedoch erst dann etwas, wenn es etwas zu verkünden gibt.“ Der junge Coach der TSG äußerte auch Verständnis für Wagner: "[…] jeder weiß, dass Sandro Familie in München hat. Da gibt es keinen Groll."

Bayern in der Vita – München im Herzen

Für Wagner selbst würde sich mit einem Wechsel nach München definitiv ein Kreis schließen. In jungen Jahren spielte der 29-jährige jahrelang für den Rekordmeister, ehe 2008 nach Duisburg wechselte. Fast zehn Jahre später könnte es also ein "Happy End" für Wagner geben, der in München als Back-Up für Starstürmer Robert Lewandowski angedacht ist.

Nach Sebastian Rudy und Niklas Süle wäre Wagner bereits der dritte TSG-Spieler, der binnen eines halben Jahres von Hoffenheim nach München wechselt. Günstig dürfte der vertraglich bis 2020 an die TSG gebundene Nationalspieler aber nicht werden. Bis zu zehn Millionen Euro müsste der Rekordmeister bezahlen, um die Wagner-Rückkehr real werden zu lassen.