Galatasaray interessiert an Nicola Kalinić

Noch sieben Spieltage, dann geht die türkische Süper Lig in die Sommerpause. Noch sieben Spieltage für Lukas Podolski im Trikot von Galatasaray. Danach zieht es den ehemaligen deutschen Nationalspieler nach Japan. Schon seit längerem sucht Galatasaray daher adäquaten Ersatz für den Stürmer.

Geht es nach Präsident Dursun Özbek, hat der Klub diesen Nachfolger in Nikola Kalinić bereits gefunden. Der kroatische Stürmer, der seit 2015 beim AC Florenz unter Vertrag steht, wird immer wieder mit dem Rekordmeister aus der Türkei in Verbindung gebracht.

Absage an China

Eigentlich hat Nikola Kalinić beim AC Florenz noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2019. Ob er diesen erfüllen wird, steht noch in den Sternen. Denn jeder, der mit Fußball zu tun hat, weiß: Es muss nur ein lukratives Angebot kommen und der Spieler ist weg – in den meisten Fällen.

Nicht so bei Kalinić. Der 29-jährige Kroate hatte erst im Januar 2017 ein Angebot des chinesischen Klubs Tianjin Quanjian ausgeschlagen. Dort hätte er angeblich pro Jahr 12 Millionen Euro verdient, Florenz hätte eine Ablöse von 40 Millionen kassiert. Das ist das Doppelte des aktuellen Marktwertes von Kalinić. Ob das Jahresgehalt zu wenig war oder ob sich der Stürmer seine Zukunft nicht in China vorstellen kann, ist unbekannt.

Ersatz für Podolski

Kalinić soll als Ersatz für Lukas Podolski kommen. Ab 1. Juli 2017 wird der Ex-Kölner zum japanischen Erstligisten Vissel Kobe wechseln. Ablösesumme: 2,6 Millionen Euro. Podolski, der seit der Saison 2015/16 bei Galatasaray angestellt war, erfüllt damit seinen Vertrag, der eigentlich bis 2018 läuft, nicht. Die Türken werden es womöglich noch bereuen, den in Polen geborenen Deutschen vorzeitig ziehen zu lassen. Hat er dem Verein doch zahlreiche Tore bereitet und somit Spiele entschieden.

Kalinić ist gleich Torgarant

Ähnlich viele Tore, wie sie Lukas Podolski für Galatasaray geschossen hat, erwarten sich die Türken auch vom neuen Mittelstürmer. Da könnte Kalinić durchaus mithalten, hat er in seiner aktiven Laufbahn schon über 130 Tore geschossen:

  • Für HNK Šibenik in 7 Spielen 4 Tore.
  • Für Hajduk Split in 53 Spielen 32 Tore.
  • Für Blackburn Rovers in 44 Spielen 7 Tore.
  • Für Dnipro Dnipropetrowsk in 86 Spielen 37 Tore.
  • Für den AC Florenz in bisher 36 Spielen 12 Tore.
  • Für die Nationalmannschaften U-16 bis U-21 in 72 Spielen 44 Tore.
  • In der kroatischen Nationalmannschaft in 31 Spielen 12 Tore.

Diese Torgarantie hat man auch bei Sportwettenanbietern entdeckt, wie etwa bei Tipico, bei dem man auf Sportler und Sportevents setzen kann. Laut dessen Quoten ist Nikola Kalinić oft Torschützen-Favorit.

Galatasaray mit Kalinić wieder Meister?

Meister wurde Lukas Podolski mit Galatasaray zwar nicht, er konnte aber den Türkischen Pokal und den Türkischen Supercup gewinnen – letzteren sogar zweimal. In der Saison 2014/15 waren die Türken zum letzten Mal Meister. Das soll – wenn es nach Trainer Igor Tudor geht – nun anders werden. Er hat bei Galatasaray erst seit Februar 2017 das Zepter in der Hand und löste damals den Niederländer Jan Olde Riekerink ab.

Nachdem der türkische Rekordmeister die Saison 2015/16 mit einem unbefriedigendem 6. Platz abschloss und man aktuell mit 12 Punkten Rückstand auf den Tabellenführer Besiktas Istanbul auf Platz 4 rangiert und somit kaum mehr eine Chance auf den Titel hat, plant man bereits für die kommende Saison. Nach zwei Jahren Durststrecke will man endlich wieder die Meisterschale in Händen halten. Vielleicht klappt es in dieser Saison aber zumindest mit der Qualifikation zur Champions League.

Geld spielt keine Rolle

Zumindest bei der Ablöse spielt die Höhe für Galatasaray wohl kaum eine Rolle. Der Verein hat seit Jahren Umsätze in dreistelliger Millionenhöhe. Selbst die aktuellen Schulden, die den Verein drücken, sollen bereits in der laufenden Saison getilgt werden.

Kalinić und Tudor keine Unbekannten

Trägt Kalinić bald das Logo des 20-fachen türkischen Meisters? Quelle: ninopavisic – 579274207 / Shutterstock.com

Vielleicht lässt sich Nikola Kalinić ja vom aktuellen Trainer Igor Tudor nach Istanbul locken. Die beiden sind nicht nur Landesmänner, sie kennen sich bereits aus dem Jahr 2008. Damals spielten beide für Hajduk Split. Der heutige Trainer wird somit den zehn Jahre jüngeren Stürmer noch gut in Erinnerung haben. Allerdings ist auch die Zukunft von Tudor bei den Türken fraglich. Der Trainer holte aus bisher sechs Spielen nur sieben Punkte.

Gerade im Sturm muss sich in der neuen Saison einiges tun. Neben dem Weggang von Lukas Podolski laufen auch die Verträge vom Mittelstürmer Berk Ünsal und vom offensiven Mittelfeldspieler Josué aus. Immerhin gehen in dieser Saison 16 Tore auf Podolski, die er in Liga- und Pokalspielen geschossen hat.

Aktuell sind die Türken mit mehreren Mittelstürmern im Gespräch. Wenn Kalinić tatsächlich nach Istanbul wechseln sollte, dann wohl aber nur auf Leihbasis. Alles Weitere bleibt abzuwarten.