Dem türkischen Rekordmeister droht nach einem weiteren wirtschaftlich schlechten Geschäftsjahr der Ausschluss durch die europäische Fußball-Union (UEFA). Der Klub um die Stars Didier Drogba und Wesley Sneijder schreibt weiter Verluste, eine Besserung der Finanzen ist nicht in Sicht.

260320141233373052528_2Die UEFA könnte in der kommenden Spielzeit 2014/15 die "Löwen" von den europäischen Wettbewerben ausschließen. Rechtsgrundlage hierfür ist die Klausel nach den Financial-Fair-Play-Regularien (FFP), womit kein Klub innerhalb eines Geschäftsjahres mehr als 45 Millionen Euro Minus erzielen darf. Parallel zu dieser Problematik droht dem türkischen Rekordmeister dazu eine heftige Steuernachzahlung in der Höhe von 54 Millionen TL, wobei man im vergangenen Geschäftsjahr ein Minus von 175,9 Millionen TL Minus einfuhr – eine zufriedenstellende Managementleistung ist das gerade nicht.

Summiert man auf würde die Bilanz die erlaubte 45-Millionen-Grenze etwa um 33 Millionen Euro übertreffen und die Teilnahme in den internationalen Wettbewerben in die weite Ferne rücken. Das Missmanagement begründete Klubpräsident Ünal Aysal allerdings mit der Schwäche der Türkischen Lira. Die türkischen Klubs tätigen nämlich ihre Einkäufe und Kreditzahlungen (zu ihrem Nachteil) in stärkeren Devisen wie etwa mit dem Euro.

Totales Missmanagement

Alles in allem läuft es bei den "Löwen" wirtschaftlich absolut in die falsche Richtung, denn die Einnahmen von der Königsklasse oder aus der Kapitalerhöhung wurden kurzerhand zum Fenster rausgeschmissen, sodass man seit dem Amtsantritt von Ünal Aysal kräftig neue Schulden schrieb. So belaufen sich die gesamten Verbindlichkeiten von Galatasaray auf rund 842 Millionen TL, also unweit von der rekordverdächtigen Milliardengrenze. Blickt man auf das Geschäftsjahr 2013, so haben die "Löwen" knapp 323 Millionen TL an Umsatz erzielt, dagegen schüttete man beispielsweise an Lizenzspieler und Klubfunktionäre rund 196 Millionen TL aus. Sämtliche Ablösen ließ sich Galatasaray 46 Millionen TL kosten. Das bedeutet, dass die Einkünfte aus der Meisterschaft und der Königsklasse in Form von Spielergehälter, Prämien und Zahlungen an Funktionäre unbedacht weitergegeben wurden. Ohnehin sind die Gehälter der Funktionäre nicht bekannt, über fatale Riesensummen spekuliert die türkische Sportpresse länger.

Kein besseres Bild in Sicht

Im Geschäftsjahr 2011 machte "Cimbom" 79 Millionen TL Miese, im darauf folgenden Jahr weitere 36 Millionen TL. Somit blicken die Rot-Gelben wohl der nächsten Kapitalerhöhung entgegen, um mit frischem Geld handlungsfähig bleiben zu können. Es sei denn die Behörden weißen Aysal und Co. diesmal in die Schranken.