Erneut kam es in der Süper Lig zu Zuschauerausschreitungen. Ein erneuter Skandal, welcher einen weiteren Tiefpunkt im türkischen Fußball darstellt.

volkanmesaleDass die Beziehung zwischen Trabzonspor und Fenerbahçe seit dem Manipulationsskandal mehr als nur angespannt ist, war von Anfang an klar gewesen, doch mit massiven Ausschreitungen hätte wohl keiner gerechnet. Im Spiel zwischen dem Tabellenführer und dem Schwarzmeerklub stand es kurz vor der Halbzeitpause 1:0 für die Gäste aus Istanbul, ehe der Schiedsrichter Bülent Yildirim sich dazu gezwungen sah, die Partie abzubrechen. Schon beim Aufwärmen waren die Spieler der ,,Kanarien? mit Gegenständen beworfen worden, was sich im Laufe der ersten Halbzeit auch nicht mehr verbesserte, sodass es zu mehreren Spielunterbrechungen kam. Aufgrund der Tatsache, dass auf das Spielfeld Gegenstände wie Steine und Türgriffe geworden wurden, wäre ein Wiederanpfiff viel zu gefährlich und auch unmöglich gewesen.

Onur Kivrak versucht es kläglich

Während sich beide Mannschaften anschließend in den Kabinen aufhielten, versuchte der Kapitän von Trabzonspor, Onur Kivrak, die eigenen Anhänger zu beruhigen. Dieser Versuch war jedoch nicht von Erfolg geprägt. Nicht nur im Stadion konnte die Lage noch nicht beruhigt werden, sondern auch auf den Straßen in Trabzon herrscht das reinste Chaos. So liefern sich zahlreiche ,,Fans?, wenn man sie so nennen darf, auch außerhalb des Stadions Gefechte mit der türkischen Polizei. Einige Personen vermuten wie schon damals nach den Ausschreitungen im Spiel zwischen Besiktas und Galatasaray, dass diese Aktion nichts mit dem Fußball zu tun habe, sondern aus politischen Beweggründen passiert wäre. Schon vor dem Spiel kam es zu einigen traurigen Szenen, als der Mannschaftsbus von Fenerbahce mit Gegenständen beworfen wurde, sodass sogar eine Fensterscheibe des Busses zerbrach.

3:0 für die "Kanarien" am grünen Tisch

Der türkische Fußballverband (TFF) hat sich bisher zwar zu der Situation geäußert, ein Urteil ist jedoch erst frühestens am Mittwoch zu erwarten. Da dies bereits das zweite Spiel in dieser Spielzeit ist, bei dem es zu Ausschreitungen kam, scheint die Entscheidung bereits jetzt festzustehen. Die Bordeaux-Blauen aus Trabzon an der Schwarzmeerküste werden wohl eine Zuschauersperre von mindestens vier Spielen aufgebrummt bekommen, während das Spiel mit einem 3:0 zugunsten von Fenerbahce gewertet werden wird. Denn exakt zu diesem Ergebnis kam der türkische Fußballverband auch nach dem Spiel zwischen Besiktas und Galatasaray.

Kommentar der Redaktion:

Dieser Vorfall stellt einen weiteren Tiefpunkt im türkischen Fußball dar. Auch ein solches Verhalten der Fans ist ein Grund dafür, dass der türkische Fußball in Europa noch keine große Rolle spielt. Wie soll sich der Fußball weiterentwickeln, wenn sich die Anhänger nicht richtig verhalten können. Ein solcher Skandal und solche Ausschreitungen haben im Fußball sowie auch außerhalb des Platzes nichts zu suchen. LIGABlatt verurteilt ein solches Verhalten aufs Tiefste und kann so etwas einfach nicht nachvollziehen.