LIGABlatt blickt auf die Urteile des 16. Istanbuler Strafgerichts im Juli 2012 zurück. Im ersten Teil des Rückblicks tragen wir die Urteile bezüglich des Klubpräsidenten der "Kanarien" Aziz Yildirim zusammen.

UnbenanntDas 16. Istanbuler Strafgericht verurteilte im Juli 2012 Aziz Yildirim wegen der Gründung und Führung einer kriminellen Organisation und der Manipulation von Fußballbegegnungen zu einer Haftstrafe von insgesamt sechs Jahren und drei Monaten. Dabei stellte das Gericht fest, dass Aziz Yildirim nachweislich versuchte die Süper Lig-Partien Fenerbahce – Istanbul BB, Karabükspor – Fenerbahce, Fenerbahce – Ankaragücü und Sivasspor – Fenerbahce zu schieben. Darüber hinaus urteilte das Gericht, dass Aziz Yildirim auch die Ergebnisse der Begegnungen Trabzospor – Bursaspor, Eskisehirspor – Trabzonspor und letztlich Trabzonspor – Istanbul BB versuchte zu beeinflussen. Das Strafgericht war überzeugt der Ansicht, dass der 60-Jährige Bauunternehmer versuchte, insgesamt sieben Ligaspiele der Süper Lig zu manipulieren.

Der Rückkehr ins Gefängnis im Falle der Urteilsbestätigung

Das Urteil ist rechtskräftig, es sei denn, das Kassationshof stellt ein juristisch nicht korrektes Vorgehen bei der Urteilsfindung fest. Dies erscheint jedoch sehr unwahrscheinlich. Neben der Haftstrafe verdonnerte das Gericht Aziz Yildirim zu einer Geldbuße in der Höhe von rund 524.000 Euro. Sollte das Kassationshof das Urteil des Strafgerichts bestätigen, müssten Aziz Yildirim und weitere Vereinsfunktionäre erneut hinter Gitter. Maßgebend bei der Urteilsfindung des Gerichts waren alleine der Versuche Fußballspiele zu manipulieren. Ob schließlich eine Partie tatsächlich geschoben wurde, spielt juristisch gesehen überhaupt keine Rolle. Der Manipulationsversuch ist nach der Gesetzgebung bereits strafbar.

UEFA fand TFF-Entscheidung nicht zufriedenstellend  

Angesichts der Urteile des 16. Istanbuler Strafgerichts betrachtete die UEFA die sportliche Entscheidung der TFF als nicht zufriedenstellend und verbannte schließlich den 18-fachen türkischen Meister für zwei Jahre von den europäischen Wettbewerben. Im zweiten Teil des Rückblicks wird LIGABlatt die Urteile zu Tayfur Havutcu und Serdal Adali zusammentragen. Beide früheren Funktionäre der "Schwarzen Adler" bemühten sich der Beweisführung zufolge, um das Endspiel des türkischen Pokals gegen Istanbul BB zu schieben.