Die türkischen Traditionsvereine Besiktas und Fenerbahce machen schwere Tage durch. LIGABlatt erklärt, weshalb die UEFA beide Vereine von den europäischen Wettbewerben ausschließen könnte.

dev-sike-operasyonuDie türkische Fußballgemeinde und der türkische Fußballverband (TFF) warten Monate nach den Urteilen des Istanbuler Strafgerichts auf eine Bestätigung des Kassationhofes. Dies ist nämlich der letzte juristische Instanz im türkischen Manipulationsskandal von 2011. Zahlreiche Funktionäre, darunter Fenerbahce-Klubpräsident Aziz Yildrim, erhielten Haftstrafen und müssten im Falle der Urteilsbestätigung des Kassationhofes zurück in Haftzelle. Türkischen Quellen zufolge, soll UEFA in sämtliche Unterlagen der türkischen Polizei Einsicht gehabt haben und bei der Auseinandersetzung mit Fenerbahce sowie Besiktas die Urteile des Istanbuler Strafgerichts in Betracht gezogen haben. TFF-Vorstandsmitglied Mustafa Beyazli sagte zudem, dass die UEFA auf die letzte juristische Instanz nicht warten werde und müsse. Der Verbandsfunktionär setzte seine Worte wie folgt fort: "Seit dem 3. Juli 2011 durchlaufen wir einen nicht abgeschlossenen Prozess. Das Thema ist also noch nicht beendet. Die UEFA hat sämtliche Unterlagen erhalten und diese übersetzten lassen. Vier Prüfer haben haben in die Unterlagen und Beweismittel eingesehen. Nun sind sie mit ihrer Arbeit wohl zum Ende gekommen und haben einen Report verfasst. Am 24. Juni wird also eine Entscheidung gefällt werden. Im Ergebnis werden zwei unterschiedliche Urteile verkündet werden".

"Keine Verhandlung mit der Disziplinarkommission"

Mustafa Beyazli erklärte auch, dass die TFF-Delegation in Nyon nur Antworten zum Vorgehen der UEFA bekam und nicht verhandelte. "Die UEFA macht mit den Untersuchungen zum türkischen Manipulationsskandal weiter. Die Mitglieder der TFF haben nicht die Möglichkeit mit den Mitgliedern der Kontroll- und Disziplinarkommission zu sprechen. Die Disziplinarkommission entscheidet frei und unabhängig. Also hat keiner die Chance, mit den Mitgliedern dieser Kommission ein Gespräch zu führen. Man hat dort sämtliche Fragen bezüglich des weiteren Vorgehenes geklärt.", so der TFF-Funktionär.

"Der TFF hat auf die gerichtlichen Urteile nicht gewartet"

Weiterhin sagte Beyazli, dass der TFF zu früh Entscheidungen getroffen habe: "Die sportliche und juristische Seite dieser Angelegenheit sind differenziert zu betrachten. Für die sportliche Entscheidung muss man nicht zwingend auf die Entscheidung der Strafgerichte warten. Der Verband hat eben nicht auf die Urteile des Strafgerichts gewartet, sondern früher entschieden".

Strafen scheinen unabwendbar

Angesichts der Urteile des Istanbuler Strafgerichts und der Polizeiunterlagen, welche die UEFA berücksichtigen wird, dürfte es für Fenerbahce aufgrund von sieben versuchten Spielmanipulationen schlussendlich schwerer werden, als für Besiktas. Die "Schwarzen Adler" sollen das Endspiel im türkischen Pokal gegen Istanbul BB geschoben haben.

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