Erneut hat die Gewalt Einzug gehalten im türkischen Fußball. Die Rivalität und Fan-Hass zwischen Besiktas und Ankaragücü ist hinlänglich bekannt. Doch nun nahm die teils ?blutige Fehde? neue, abschreckende Ausmaße an. Bei der Begegnung der U17-Mannschaften der Vereine kam es zu Auseinandersetzungen, bei denen Messer gezogen wurden.

Von Anil P. Polat

Ankaragücü-Fans stürmen Platz

Nach der Partie zwischen der U17 von Besiktas und Ankaragücü, die 0:0 endete, stürmten mehrere Anhänger des Hauptstadt-Klubs mit Messern in der Hand den Rasen des Etimesgut Kemal Atatürk-Stadions. Spieler, Trainerstab und Verantwortliche flüchteten augenblicklich in die Umkleidekabinen. Erst nachdem Sicherheitskräfte die Situation unter Kontrolle bekamen, konnte sich die BJK-Delegation, die sich verschanzt hatte und im Stadion einige Zeit quasi gefangen war, den Ort den Geschehens verlassen und aus Ankara abreisen.

?Wir sahen die Messer in den Händen der Fans?

Der ehemalige Spieler und jetzige Trainer der U17-Mannschaft Besiktas? Yasin Sülün nahm nach den Vorfällen gegenüber Haber1903 Stellung.

?Zum Spiel kamen etwa 100 Ankaragücü-Fans?. Sie warfen Gegenstände aufs Spielfeld. 1-2 Kinder warfen Steine, aber nichts traf unseren Bus. Nach der Begegnung haben wir einige Zeit im Stadion gewartet. Später sind wird zum Bus. Wären wir früher zum Bus gegangen, hätten wir mit Steinen beworfen werden können. Wir haben gesehen, dass einige Anhänger Messer in der Hand hatten. Es waren nur wenige Polizisten anwesend. Die Sicherheitsvorkehrungen waren nicht gut?, so der sichtlich geschockte Sülün.

Ob und welche Folgen und Strafen das für das krisengeschüttelte Ankaragücü nach sich zieht, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Sicher ist nur, dass die Jugendspieler von Besiktas glücklicherweise noch mit dem Schrecken davonkamen.