Das Mythos der uneinnehmbaren Festung in Kadiköy scheint wohl der Vergangenheit anzugehören. Underdog Karabükspor rüttelte mit drei Treffern an Aykut Kocamans Stuhl. Den einzigen Wehrmutstropfen für Fenerbahce lieferte Dirk Kuyt. Karabükspor gelangt mit dem 3:1-Auswärtssieg eine weitere mahnende Istanbul-Offensive. Erst im November verlor Galatasaray zu Hause mit 1:3.

928266-15375092-640-220Doppelschlag von Karabük schaltet Fenerbahces Siegeswillen aus

Unter der offensiven Leitung von Lua Lua kam Karabükspor in Istanbul mächtig in Fahrt und erzielte in der 37. Spielminute den überraschenden Führungstreffer. Der frühere Fenerbahce-Kicker, Ilhan Parlak, stand nach einem sehenswerten Zuspiel plötzlich vor Volkan Demirel und netzte ohne große Mühe zum 1:0 ein. Ehe der 18-fache Meister diesen Gegentreffer verdauen konnte, setzten die Gäste ihren offensiven Wahnsinn fort. Fenerbahce drängte zwar auf den Ausgleich, musste dafür aber die Höchststrafe bezahlen. Karabükspor nutzte die nächste gute Kontermöglichkeit mit Yigit Incedemir, der auf den Spieler des Abends Lua Lua ablegte und damit das überraschende 2:0 in Kadiköy herbeiführte.

Lua Lua angelt Volkan Demirel durch die Beine

Nach dem Pausenpfiff übernahm Fenerbahce die Kontrolle über das Spiel, fand aber dennoch nicht den erhofften Anschluss. Erneut lief die Truppe von Aykut Kocaman auf einen bevorstehenden Konter zu und musste dabei einmal mehr den Kürzeren ziehen. Nach einem steilen Pass auf Lua Lua (69.) ließ sich Nationaltorhüter Volkan Demirel durch die Beine angeln und sah folglich erheblich bedient aus. Nach diesem Bocktrübte sich die Stimmung im Saracoglu mehr und mehr, von den Rängen kamen vermehrt kollektiv Rufe gegen Coach Aykut Kocaman, wobei auch der spätere Treffer von Dirk Kuyt die Reaktionen der Fans nicht runterschrauben konnte. Die Kanarienvögel blieben nach dem 1:3 bei 27 Zählern, die Kicker am Schwarzen Meer stehen mit 24 Punkten auf dem 6. Tabellenplatz.