Nach seiner Freilassung war man auf die erste Rede von Aziz Yildirim gespannt. Nun hat Yildirim sich zu seiner Haft und den Beschuldigungen geäußert.

Aziz Yildirim begann seine Rede mit einem Dank an den Club für die Unterstützung und das Vertrauen in ihm. Er sprach zudem von der noch langen Existenz des Clubs.

Alles hinter verschlossenen Türen geplant

Nachdem er über ein Jahr lang in Untersuchungshaft war, möchte er nun einige Dinge klarstellen, so Yildirim. Er sprach davon, dass die Verhandlungen – im wahrsten Sinne des Wortes – Gegen ihn und den Verein Fenerbahce waren. Doch diese Beschuldigungen seien "hinter verschlossenen Türen" in Denizli, Trabzon und im Ali Sami Yen schon lange voraus geplant und schließlich im Jahre 2011, zur günstigsten Zeit, nämlich einer Meisterschaftssaison von Fenerbahce, in die Welt gesetzt.

"Ich sollte beseitigt werden!"

In der Beschuldigung seiner Perso als Präsident Fenerbahces sah Yildirim die Absicht, die türkische Sportbranche via Club Fenerbahce in den eigenen Besitz übergehen zu lassen. "Hierzu musste ich, Aziz Yildirim, als größter potenzieller Widerstand beseitigt werden. Diese Leute werden allerdings dafür büßen müssen."

Er kritisierte die Ankläger, die aufgrund der Tatsache, dass die Manipulationsvorwürfe ins Wasser fielen, neue Vorwürfe entwickelten, man sei in kriminellen Organisationen tätig. Der 60-Jährige beteuerte an dieser Stelle nochmals mit Stolz das Scheitern dieser Instanzen.

Kritik an Galatasaray

Auch die im "nur sportlichen Sinne" Erzrivalen aus Galatasaray bekamen bei der Kritikrede Yildirims ihren Teil ab. In seinen Augen seien diejenigen, die sich ihnen (Fenerbahce) als Freunde bekannt geben würden, dazu gehöre vor Allem die Front von Galatasaray, sie allerdings in dieser schwierigen Zeit versuchten zu diskriminieren und tiefer in den Boden zu stampfen, äußerst unmoralische Persönlichkeiten.

Die Gerichtsinstanzen, die Yildirim an einigen Stellen seiner Rede bloß zu stellen versuchte, wurden dabei mit dem Zusammenwirken der Konkurrenz beschuldigt. "Während unsere Gegebenheiten auf das Genaueste hin untersucht wurden, hat man die nach der Begegnung Galatasarays mit Denizli "verloren" gegangenen 1 Mio. Dollar des Vereins aus Istanbul nicht weiter beachtet", so Aziz Yildirim.

An dieser Stelle sprach Yildirim die Kläger direkt an: "Bevor ihr uns von Gerechtigkeit erzählen wollt, solltet ihr uns doch von euch und euren Taten erzählen!"

Yildirim, der sich auch nicht davor scheute, Kritik an den Medien aus zu üben, erklärte, den Klägern sei es so was von egal, in welche schlechte Lage sie das gesamte Land und die Menschen auf internationaler Ebene bringen würden. Sie würden ihr Leben dafür geben und wüssten nicht, was sie da eigentlich täten.

Drohung an die Konkurrenz?

"Aber wir als Fenerbahce wissen, wer welche Spielchen treibt", gab Yildirim bekannt. "Wir behalten das allerdings für uns. Nicht aus Unkenntnis, sondern aus unserer eigenen Reinheit. Aber sie sollten wissen, dass auch unsere Geduld bestimmten Grenzen ausgesetzt ist!"

Aziz Yildirim, der während der Zeit seiner Verteidigung aufgefordert wurde, er solle sich verteidigen und nicht von der Schuld anderer Sprechen, befürwortete nochmals sein Dasein im Interesse seines Vereins. "Diejenigen, die sich als Retter des türkischen Fußballs präsentieren, sollten wissen, dass solange ich am Leben bin, es ihnen nicht gelingen wird in irgendeiner Weise Fenerbahce Schaden zuzufügen."

Reinigung des TFF und des Verbandes der Vereine

Abschließend sprach er von seiner Meinung, die einzige Instanz, die Bedarf an "Reinigung" hat sei der türkische Fußballverband und der Verband der türkischen Vereine.