So langsam aber sicher wird die Luft beim amtierenden türkischen Meister  immer dünner und die Euphorie der vergangenen Saison droht in ein Chaos überzukochen. Es sind vor allem die ausbleibenden Transfers, die Präsident Aysal versprochen hatte, die Sorgen bereiten.

Ursprünglich sollte am 25. Juni, also gestern, die Transfersaison für Galatasaray beendet sein. Denn bis dahin sollten alle Wunschkandidaten unterschrieben haben und die offizielle Vorbereitung beginnen. Wie erwartet gab es stattdessen nur weitere leere Versprechen und den Versuch, den Glauben an die Transfers aufrecht zu halten.

Ünal Aysal mit vermeintlicher Euphorie

Den Worten von Präsident Ünal Aysal wollte man gestern aber nicht ohne weiteres Glauben schenken. Denn immerhin schien sich der Präsident mit alles anderem als den Transfers zu  beschäftigen. So reiste er in den vergangenen Wochen von Stadt zu Stadt und Land zu Land, um die Galatasaray-Fangemeinschaften mit seiner Anwesenheit bei Meisterschaftsfeiern zu beehren. Falls er sich dann doch mal in Istanbul befand,  fand er gerade noch genügend Zeit, ein Interview nach dem anderen zu geben. Auf einen Erkenntnisgewinn in Sachen Transfers konnte man allerdings vergeblich warten. Es waren nur die gewohnten Aysal-Floskeln vom Weltklub-Galatasaray zu hören.

Machtspiele und Intrigen fressen den Klub von Innen

Hinter dem Rücken des Präsidenten spielte sich derweil ein weiterer Machtkampf unter den Verantwortlichen ab. Diesmal bekamen sich Fatih Terim und Bülent Tulun in die Haare, wer nun die höhere Gewalt in Transferfragen habe. Ünal Aysal muss das Studium in der Schweiz wohl zu tief unter die Haut gegangen sein, als er seine neutrale Haltung   bei dieser Problematik beibehielt. Er spielte  den Vorfall wie gewohnt herunter und beteuerte, dass alles wie beim alten sei und nichts zu befürchten wäre.

Leidet Galatasaray unter Demenz?

Galatasaray gleicht derzeit einem Demenz-Kranken, der sich nur noch grob an das Vergangene erinnert. Denn erst letztes Jahr beendete man die Süper Lig auf dem siebten Platz und versank in interne Machtkämpfe. Der Fußball und die Fans litten und mussten am Ende für das Versagen der Funktionäre büßen.

Fenerbahce macht es vor und übernimmt die Favoritenrolle für die Meisterschaft

Ünal Aysal und Co. haben es nicht geschafft, den Vorsprung zum Stadtrivalen Fenerbahce auszubauen. Stattdessen haben die Kanarienvögel mit enormen Anstrengungen und viel Geschick, den Verein von einem grauenhaften Schicksal abgewendet. Mit Dirk Kuyt, Demba Ba und Hasan Ali hat man deutliche Akzente in Sachen Meisterschaft und Champions League gesetzt. Bereits jetzt scheinen sie Galatasaray einen Schritt im Voraus zu sein.

Aziz Yildirim lacht sich ins Fäustchen

Aziz Yildirim dürfte dieser Anblick sicherlich ein wenig Trost spenden: Der aktuelle Meister der Süper Lig schafft es nicht einfache Transfers wie Assaidi, Amrabt oder Demba Ba auf die Reihe zu bekommen. Noch besser, mit den internen Streitereien verschaffen sie Fenerbahce noch reichlich Zeit für weitere Transfers.