Seit einigen Monaten ist zu beobachten, dass Medien immer mehr einige türkische Ultra-Gruppierungen wie etwa "ultrAslan", "Carsi" oder "Texas" das Mikrofon geben. Die fanatischen Fangruppen sehen sich heute in die Entscheidungsprozesse der Vereine mit integriert. Allerdings kennen die Anführer dieser Gruppen meistens ihre Grenzen nicht.

Fangruppen dürfen sich in Entscheidungsprozesse nicht einmischen

Sie sind gut informiert, haben immer einen Draht zum Vorstand und sind extrem reaktionär. Erst heute stelle sich die Gruppe  "ultrAslan" gegen die Nutzung der TT-Arena von Besiktas. Im Vorfeld hatte sich Fatih Terim positiv über die Sache geäußert. Für den Erfolgstrainer sei es kein Problem, dass Beskiktas in der TT-Arena spiele. Es muss akzeptiert werden, und zwar von jedem Fan, dass es auch im Fußball Auflagen und Gesetze gibt. Demnach kann rechtlich gesehen, Besiktas in der TT-Arena spielen. Voraussetzung ist aber dafür die Erlaubnis von Galatasaray. Gerade in den schweren Tagen, bei denen die SüperLig immer mehr an Glaubwürdigkeit verliert, sollten sich die Fans besinnen und ihre fanatischen Betrachtungen aus dem Weg räumen. Fanatismus schadet dem Sport und auch die Staatsgewalt duldet es nicht mehr. Im Laufe der Woche erhielten zum Beispiel 48 Randalierer von Fenerbahce eine Stadionsperre – Revolution im türkischen Fußball!

Reaktionäre Herangehensweise überfordert die Grenzen

Keiner der Fangruppen hat das Recht die normalen Anhänger einer Mannschaft zu radikalisieren und darüber hinaus eine falsche Meinung bilden zu lassen. Falls die Vereinsführung von Galatasaray eine Kooperation  mit Besiktas für richtig hält, ist es überflüssig was die 2000 bis 3000 Mann starken Ultragruppen von sich geben. Augenscheinlich verstehen es die "Fan-Leader" sehr gut, sich zu Allem zu äußern. Man möge sich einmal vorstellen, dass die Ultras von München sich in die Entscheidungen von Uli Hoeneß einmischen. Es liegt auf der Hand, dass die Gruppen in der Türkei allesamt gewaltbereit sind und dem türkischen Fußball erheblich schaden. Neben harten Beleidigungen gibt es eine Reihe von Hetzversuchen. In den sozialen Medien häufen sich etwa Angriffe auf Vereinsfunktionäre. Konstruktive Kritiken sind Mangelware. Vielmehr geht es darum, dass die "Leader" ihre Meinungen erzwingen.

Neuerdings melden sich auch die Führer dieser Gruppen live im Fernsehen und stellen klar, was ihre Erwartungen sind. Die Art und Weise der Kommunikation zwischen Klubs und seinen Ultra-Fans ist hingegen von nicht gegebener Natur. Die Kontrolle dieser Struktur ist ohnehin nicht gegeben.

Zusammengefasst sollte es so sein, dass die "Stimmungsmacher" in den Stadien ihre Grenzen und Kompetenzen kennen. Die Vereinsführungen müssen zudem der Grenzenlosigkeit entgegenwirken.