Aziz Yildirim wird in der neuen Amtszeit seine Tätigkeit als Klub-Präsident fortführen. Unbeachtet der Tatsache, dass Yildirim sich noch immer in Untersuchungshaft befindet, kann er sich nach diesem Wahlerfolg auf die Unterstützung der kompletten Führungsriege verlassen.

Mit 5269 Stimmen von insgesamt 5271 hat er die Wahl gewonnen. Doch dieses Ergebnis dient nur der Kosmetikpflege. Als einziger Kandidat ins Rennen gegangen, konnte sich Aziz Yildirim eines Sieges sicher sein.

"Sein Herausforderer Murat Celikel zog seine Kandidatur noch kurz vor Beginn der Wahlen zurück. Er begründete seine Entscheidung damit, dass der Klub in dieser schweren Phase eine Präsidentschaftswahl mit nur einem Kandidaten nötig habe, um unnötige Spaltungen zu vermeiden und ein gutes Bild für die Außenwelt abzugeben.

?Fenerbahce schneidet sich ins eigene Fleisch.?

Doch bei aller Ehrlichkeit, die Wiederwahl von Aziz Yildirim ähnelt stark der Wiederwahl eines Diktators. Allein die Illusion, dass die Wiederwahl als ein Zeichen der Stärke aufgefasst werden kann, lässt alle Hoffnungen verstummen. Fern ab jeglicher Fantasien und hautnah an der Realität: Aziz Yildirim sitzt in Untersuchungshaft. Er wird beschuldigt eine terroristische Organisation gegründet zu haben. Zudem kreist die UEFA wie ein Geier über dem Verein und droht bei der kleinsten Unstimmigkeit Fenerbahce in die zweite Liga zu verdonnern.

Wie sinnvoll kann es nun sein, freiwillig die Pferdeklappen aufzustzen und der Außenwelt Futter für Spekulationen zugeben.   Dabei wäre es der ideale Zeitpunkt, um eine Paradigmenwechsel einzuleiten. Neue Gesichter und neue Ideen könnten den angeschlagenen Verein auf Vordermann bringen.