LIGABlatt geht in dieser Kolumne auf die Probleme bei Besiktas ein und erklärt warum es im Derby gegen Galatasaray zu einer Fan-Eskalation kam. Tatsache ist, dass Besiktas als Mannschaft aggressiv ist. Der Grund: Viele!

Status quo muss gebrochen werden

Besiktas kann seit fünf Pflichtspielen nicht siegen und hat auch das umso wichtigere Derby im "This is Inönü" mit 0:2 verloren. Vor einigen Wochen verabschiedete sich Yildirim Demirören von Besiktas, ließ dich Autorität und die finanziellen Probleme offen. Anschliessend wurde Carlos Carvalhal gefeuert und der eigene Sohn Tayfur Havutcu zum Trainer ernannt. Mit Fikret Orman wurden aber eben keine neuen Ziele deklariert. Weder das Problem noch die Lösung kennt Besiktas. Ein natürlicher Grund, warum die Fans nun ausgerastet sind. Ein Erfolgserlebnis in den kommenden Derbys muss in der Tüte sein.

Besiktas muss Problem definieren und den Kader ausmisten

Das Problem: Formkrise! Besiktas kann kein Spiel gewinnen und hat weniger durchschlagkräftige offensive Aktionen. Die alte Masche mit Quaresma und Simao zieht lange nicht mehr, zu ideenlos sind die Akzente. Auch die Lustlosigkeit der Portugiesen macht sich bemerkbar. Nur Manuel Fernandes ist wenigstens einigermaßen mit von der Partie. Vielmehr muss Besiktas genau klarmachen was für ein Spiel an den Tag gelegt wird. Man merkt, dass auch Havutcu sich zwischen zwei Stühlen gestellt hat, damit auch keine Lösung finden kann. Die Formschwäche begründet sich mit der kollektiven Mannschaftsleistung aber auch mit der individuellen Lustlosigkeit. Es scheint so, dass Quaresma, Simao und Alemeida andere Pläne im Kopf haben und die Saison schon seit Monaten abgehakt haben. Titellos geht die Saison bei Besiktas zu Ende und im SuperFinale sind noch fünf Derbys zu spielen. Der Gang der Fans auf den Rasen ist nicht korrekt, war aber absehbar! Länger können die Fans von Besiktas nicht zusehen, wie ein Adler den freien Fall erlebt. Havutcu muss Arbeitsverweigerer auf die Bank setzten.

Vertrauen aufbauen: Arena-Projekt und Ungewissheit reizen die Fans

Die Kommunikation des neuen Präsidenten mit den Fans ist augenscheinlich nicht vorhanden. Die Fans haben Erwartungen für die nächste Saison und gerade jetzt muss Fikret Orman den Bau der Arena beschleunigen und die übernommene Fackel von Demirören zum Leuchten bringen. Die aktuelle Saison ist nicht mehr zu retten, doch die EL-Qualifikation und der Stadionbau sind Intentionen die auch öffentlich zur Sprache gebracht werden müssen.

TFF und das ewige Schiedsrichter-Problem

Hat etwa der Offizielle Hüseyin Göcek am gestrigen Abend bei Galatasaray ein Auge zugedrückt? Nein! Für beide Seiten gab es falsche und fatale Entscheidungen. Im türkischen Fußball  ist aber immer noch das Normale, eine Fehlentscheidung mit einer anderen falschen Entscheidung zu kompensieren. Der TFF muss diese Mentalität der türkischen Offiziellen endgültig brechen. Akzeptieren müssen hingegen die Fans, dass Hüseyin Göcek auch einen schlechten Abend erwischte.

Zum Schluss: Die Formkrise entwickelte sich bei den Adlern zu einer Panik-Attacke. Etliche Spieler kassierten Platzverweise, wie etwa Roberto Hilbert gegen Galatasaray. Der Funken sprang gestern mit der wahrgenommen Hetze von Galatasaray-Spieler Eboue zu den Fans über. Das Rezept für die neue Saison muss also stimmen und umfrangreich sein. Auch Fikret Orman und Tayfur Havutcu müssen Carsi und damit die Fans vertrauen können – und umgekehrt auch.

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