Das Derby gegen Erzrivalen Fenerbahce steht kurz vor der Tür und die Vorbereitungen sind im vollen Gange. Doch entgegen allen akribischen Vorbereitungen scheinen gewisse Gruppierungen auf Grund ihren eigenen Interessen das Wohl der ganzen Mannschaft und der Anhängerschaft zu schädigen. Mit seinen Aussagen in der türkischen Sportssendung ?Telegol? hat Polat, ähnlich einem Auftritt in der Klatschpresse, versucht zu polarisieren. Thema der Sendung war unter anderem die Vorwürfe gegen Polat im Manipulationsskandal.

Um seine Weste reinzuwaschen trat er kurz vor dem Derby gegen Fenerbahce im Fernsehen auf und diskutierte seine damalige Rolle als Präsident bei den Löwen. Doch vielmehr ging es ihm darum, die Zerwürfnisse im Vereinsvorstand von Galatasaray öffentlich zu machen. Sein Auftritt wurde von vielen Vereinsaukteuren und Fangemeinden der Löwen sehr kritisch kommentiert. Das falsche Timing der Sendung wäre kein Zufall sondern ein direkter Affront gegen die eigene Vergangenheit ? gegen Galatasaray.

Tiefe Wurzeln bei Galatasaray

Adnan Polat war seit März 2008 bis Mai 2011 der Präsident von Galatasaray. Zuvor hat der studierte Betriebswirt (Long Island University) bereits die Position des Vizepräsidenten unter den ehemaligen Clubpräsidenten Alp Yalman und Özhan Canaydin inne. Man kann also von einer starken Verbindung zum Club ausgehen. Mit seinen Grundstücksinvestitionen und dem Bau des ?Aslantepe-Stadions? (Türk Telekom Arena) hat er versucht Galatasaray voranzutreiben. Das waren aber auch alle nennenswerten Aktionen die der 58 jährige Geschäftsmann damals getätigt hatte.

Abgang Polats mehr Recht als schlecht

Vielmehr hat er mit seiner schlechten Personalpolitik dem Verein erheblichen Schaden zugefügt.  Angefangen hat es mit Fatih Ibradi, dem Jugendkoordinator von Galatasaray, der für die Ausbildung von Spielern wie Arif Erdem, Bülent Korkmaz, Emre Belezoglu, Hakan Ünsal, Okan Buruk und Tugay Kerimoglu verantwortlich war. Kurzum gesagt hat er kurzerhand den Architekten des UEFA Cup Sieges gefeuert. Zudem hat er die lebenden Clublegenden Hakan Sükür oder Bülent Korkmaz ohne ein bedeutendes Abschiedsspiel vor die Tür gesetzt. ?Ehre wem Ehre gebührt? ? dieser Satz schien für ihn ohne jegliche Bedeutung zu sein. Stattdessen wurde viel Geld an falsche Trainer und Transfer verschwendet. Für die sportlich schlechtesten Phase der Löwen ist er damit direkt zur Verantwortung zu ziehen.

Desolate Amtszeit

Er ging in die Geschichte des Vereins als derjenige Präsident ein, der den Mythos der Löwen mit seinen falschen Entscheidungen für Jahre vernichtet hatte. So verheerend seine Bilanz als Präsident war auch sein unrühmlicher Abgang . Jedoch schien es zu einem relativ guten Zeitpunkt geschehen zu sein. Polat, der bekanntlich eine enge Beziehung zum inhaftierten Aziz Yildirim besitzt, wurde wenige Monate später verdächtigt in den Manipulationsskandal verwickelt zu sein. Auslöser war eine nichtdokumentierte Zahlung von einer Millionen Dollar an den Kameruner Rigobert Song. Das Geld verschwand ohne weitere Anmerkungen oder Informationen aus dem Konto der Löwen. Zuletzt wurden sieben Jahre Haft für Polat gefordert.