Nach türkischen Medien zu urteilen, ist Mehmet Ali Aydinlar fest entschlossen, für die Wahl des Klubpräsidenten zu kandidieren. Er möchte die Nachfolge von Aziz Yildirim antreten.  Dabei habe er nicht vor Kosten zu sparen, um sein Ziel zu verwirklichen. An großen Transferversprechungen spart er allerdings auch nicht.

Lange war es ruhig geworden um den ehemaligen Verbandsvorsitzenden Mehmet Ali Aydinlar. Nach einer anstrengenden und aufreibenden Amtsphase, die nur sieben Monate andauerte (29. Juni 2011 ? 31. Januar 2012), ist er auf Drängen der Verbandsmitglieder zurück getreten. Ihn hat Yildirim Demirören, der ehemalige Clubpräsident von Besiktas Istanbul, ersetzt.

Als Aydinlar das Amt übernahm, machte er keinen Hehl daraus sich als langjähriger Fan der Kanarienvögel zu outen. Wobei diese Tatsache durch sein äußerst erfolgreiches Engagement für die Frauen Volleyballmannschaft schon auf der Hand lag.

Der Hoffnungsträger ? Der Antiheld

Böse stimmen behaupteten sogar, Aziz Yildirim habe ihn persönlich für die Stelle empfohlen und seine Einfluss geltende gemacht, um die Wahl zu dessen Gunsten zu beeinflussen. Doch der Wind drehte sich rasch, als Aydinlar die Manipulationsvorwürfe gegen Fenerbahce mit Nachdruck überprüfen wollte. Nach der Festnahme von Aziz Yildirim und der langen öffentlichen Schlammschlachten zwischen Fenerbahce und Aydinlar wurde Aydinlar als ?persona non grata? (unerwünschte Person) erklärt. Alle Kontakte, auch die finanziellen Beziehungen, wurden unterbrochen. Die langjährige Zusammenarbeit mit der Acibadem Krankenhausgruppe, dessen Mehrheitseigner Aydinlar ist, wurde eingestellt.

Den Gnadenschuss gab letztendlich Clubchef Aziz Yirldirim, als er Aydinlar des Verrats bezichtigte und dem hinzufügte: ?..Du kannst der Vorstand einer Holding sein, sogar der Vorsitzende des TFF, aber niemals wirst du der Präsident von Fenerbahce werden!?

Akribische Arbeit für die Rückkehr

Mit diesen Worten verabschiedete sich Aydinlar von der öffentlichen Bühne und zog sich zurück. Doch anders als erwartet, hat ihn diese Abfuhr in seinem Vorhaben gestärkt und ihn dazu geführt heimlich an seiner Rückkehr in das Sportbusiness zu arbeiten. Fleißig habe er Kontakte gepflegt und versucht, wahlberechtigte Vereinsmitglieder von seinen Absichten zu überzeugen.

Da die Kanarienvögel sich in finanziellen Schwierigkeiten befinden, möchte Aydinlar seinen Amtsantritt mit einer finanziellen Spritze von 50 Millionen Dollar und drei Toptransfers schmücken, so die Zeitung Star. Nach einer Quelle von Habertürk zu urteilen, sehe er sein Engagement als ein Akt der Treue und sei bereit die Unsumme von 100 Millionen Dollar (!) in den Verein zu investieren.

Aydinlar, missverstanden, verkannt?

Um sich ein genaueres Bild von Aydinlar zu machen, muss man hinter die Kulissen und den Machtspielen der aktuellen Vorstandsvorsitzenden blicken. Für die Mehrheit der Vereinsmitglieder war das Ergebnis der Neuwahlen für das Amt des Clubpräsidenten im kommenden Mai bereits entschieden. Mehmet Ali Aydinlar würde mit großem Abstand die Wahl gewinnen. Denn Aydinlar hat bereits seit Jahren den Verein in fast allen Belangen mental aber auch finanziell unterstützt. Kein Vereinsaktionär kam bisher über eine Finanzspritze von ein oder zwei Millionen Dollar. Zu diesen Zeiten hat aber Aydinlar, als einfacher Vereinsmitglied jedes Jahr eine Summe von 10 Millionen Dollar gespendet und das ohne Gegenleistung.  In privaten Gesprächsrunden der Vereinsakteure galt und gilt Aydinlar als integre Person und als gerngesehener Vereinsaktionär. Für  viele hat er sich für den Verein geopfert und als Präsident der TFF die politischen Schelten auf sich genommen, um die Entscheidung über den Manipulationsskandal so lange wie möglich hinaus zu zögern. Er hat bewirkt, dass Personen und Vereine getrennt für die Manipulationen in Rechenschaft gezogen werden. Allein dafür habe er den Respekt aller Anhänger der Kanarienvögel verdient, so interne Stimmen von Fenerbahce. Sein Verhängnis sei der starke Einfluss von Aziz Yildirim auf die Politik, die Vereine und auf die eigenen Fans gewesen.

Keine Aussichten für die Wahlen im Mai ? wohl aber für die Zukunft

Er könnte eine Wende für den Verein bedeuten, da seien sich viele im Vereinskongress sicher. Er habe die Leidenschaft und die nötigen finanziellen Mittel, doch allein damit ist es nicht getan. Zu sehr habe ihn der öffentliche Pranger der Medien und der aufgehetzten Fans mental geschadet. Deshalb sehen es viele als unwahrscheinlich, dass Aydinlar sich bereits im kommenden Mai zur Wahl stellen wird. Aber ausschließen will es keiner. Einig sind sich die Kritiker aber in einem Punkt: Aydinlar wird bald als Vereinspräsident das Amt führen.

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