Die Misere in Kadiköy hat einen Namen: Aykut Kocaman. Der Trainer hat nach Meinung des Vorstands, der Fans und der Medien die als Niederlage gewertete Partie gegen Galatasaray zu verantworten. Kurzum alle sind gegen den einst geliebten Trainer.

Die Medien waren voller möglicher Schlachtpläne des Trainers. Kocaman bereite sich akribisch auf die Partie vor und werde den Stadtrivalen Galatasaray das Leben in Kadiköy schwer machen.

Anfangs schien die Strategie auch wirklich auf zugehend. Zwei frühe Traumtore und die Gegenwehr der Löwen schien gebrochen und ein weiteres 6:0 in aller Munde. Doch vergebens. Fenerbahce schrieb den Gegner zu früh ab und ließ Galatasaray ins Spiel kommen. Das vermeintliche Fußballfest entwickelte sich zu einem regelrechten Debakel. Der Endstand von 2:2 war nur noch mit Schmunzeln zu ertragen. Die Latte hatte vor Schlimmerem bewahrt.

Es kriselt in allen Ecken

Doch das Ergebnis ist nicht das einzige was bemängelt wurde. Zu schwach seien die Spieler, die kämpferisch nach 20 Minuten nicht mehr mithalten konnten. Die Frage nach der mentalen Stärke wurde immer lauter. ?Glauben die Spieler überhaupt an einen Sieg?? fragte man sich. Anscheinend nicht. Kocaman selber gestand:? Zur Halbzeitpause (Zwischenstand 2:1 für Fenerbahce) hatten alle das Gefühl, dass wir die Partie verlieren würden!?. Wahrlich ein trauriges Zeugnis für den Trainer. Noch zu Saisonbeginn hatte man Champions League Ambitionen und muss gegen Ende gegen späte Depressionen ankämpfen.

Selbst der sonst so ruhige Alex kritisierte den Trainer und seine Taktik öffentlich per Twitter:

?Große Mannschaften sollten sich nicht davor scheuen, eine Doppelspitze einzusetzen. Bei Galatasaray stürmen Elmander und Baros Seite an Seite. Ohne diese Doppelspitze wären sie nicht wo sie jetzt stehen. Und wenn wir das Spiel auf die gegnerische Hälfte verlagern möchten, um mehr Tore zu erzielen, dann müssen ebenfalls zur Doppelspitze wechseln.